Kunst bei Vorlaender mit Hannes Meinhard
Hannes Meinhard, 1937 in Dahlbruch/Siegerland geboren, studierte von 1968 bis 1972 an der Hochschule für Bildende Künste Frankfurt a.M. bei Prof. Michael Croissant und Prof. Johannes Schreiber. Mitbegründer der Schule deutscher Eisenplastiker.
Für die Geschichte dieser Akademie ist es bedeutsam, dass Meinhard es war, der der in dieser Zeitspanne in seiner plastischen Arbeit am glühenden Eisen den Blick für den elementaren Prozess des Schmiedens im Kontext zur Bildhauerei der Gegenwart öffnete und hier neue Wege aufzeichnete.
Begann Meinhard an der Akademie mit reduzierten Formenkonstellationen, die im Verlauf der Jahrzehnte bis zu den auch narrativ intendierten Assemblagen immer komplexer wurden, so zeigt sich in der letzten Zeit zunehmend wieder eine Tendenz zur Reduktion am Material und seiner Verformung.
Das gilt für seine Skulpturen wie für seine Assemblagen gleichermaßen. die sich in der Formgebung aufeinander bewegen.
In seiner Arbeit steht Meinhard in einem internationalen Kontext mit Künstlern wie Alain Kirili. Mark Suvero und Bernhard Luginbühl, mit dem er befreundet ist und mit dem ein künstlerischer Austausch stattfindet. In seiner Haltung ähnelt er am ehesten Dieter Roth, dem zu Gedenken er 1999 eine Skulptur widmete.
Wie Roth konzentriert sich Hannes Meinhard nicht auf die Ausformulierung einer Stilrichtung, sondern transformiert Impulse seiner Erfahrungsebenen unmittelbar ins Werk.
Aus ihnen heraus wächst seine Welt der Obzession am Material Eisen als anarchisches Segment in unserer sich digital vernetzten Gegenwart, formt sich die Skulptur mitunter aus einer einzigen konzentrierten Einschmiedung ins Werkstück, wuchern die Inszenierungen raumgreifender Assemblagen aus zahlreichen Fundstücken und Materialfragmenten.
Wie bei Dieter Roth werden hier die Grenzen zwischen Kunst und Leben radikal aufgehoben.
Es würde skizziert wenig Sinn machen, Hannes Meinhards Skulpturen in einem relativen Kontext zu anderen Bildhauern zu bringen, weil Meinhard eben bewusst in keine Tendenz des Formenkanons hineinarbeitet oder eine Gegenposition sucht. Als Künstler bleibt er autonom mit einem ganz eigenen Ausdrucksraum, der in seinen Erweiterungen ausufert, um gleichzeitig zu Essentiellen zu finden, dem die über unsere vergängliche Zeit hinausgehende gültige Form immanent ist.